Wir über uns:

Wir sind ein Mieterverbund der sich nach Auflösung der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz aus den alten Mietern der Wohnsiedlung zusammen gefunden hat, um unsere Siedlung weiterhin mit zu gestalten und Einfluss auf unsere Heimat zu nehmen. Start der Mieterinitiative ist der 22.04.2016, das auf unserem Fest beschlossen wurde!

 

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!

 

 

 

 

 

Fast fünf Jahre Kampf um die Zinkhüttensiedlung in kürze ………….. der Werdegang in Stichworten !

 

 

Im November 2011 haben die Mieter der Zinkhüttensiedlung durch Mundpropaganda erfahren, dass ein Ratsbeschluss die FOC Planungen auf die Siedlung ausweitet. Zum einen waren wir erst einmal sprachlos und dann ein wenig Kopflos begannen einige Mieter die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Immerhin war die Siedlung zu diesem Zeitpunkt noch gut zu 95 % belegt. Dann wurden Unterschriften gesammelt, so dass wir Immeo auf unser Unterrichtungsrecht unter Druck setzten konnten. Immerhin standen fast 1000 Mieter hinter uns. Aber was sollte man von einer Heuschrecke anders erwarten? Lediglich die Antwort:“ Oh da sind Sie uns zuvorgekommen die Schreiben gehen nächste Woche raus aber Sie können ja schon mal den anderen Bescheid geben das die Siedlung abgerissen wird.“

Nachdem der erste Schreck vorbei war haben wir angefangen uns in der Siedlung zu organisieren in Form einer Bürgerinitiative. Diese wurde im Dezember 2011 gegründet. Eine Bürgerinitiative hatte den Vorteil, dass sich auch Personen anschließen konnten, die nicht direkt als Mieter betroffen waren. Von nun an bestimmte unser Leben die Organisation von Aktionen gegen das Leuchtturmprojekt FOC.

Im ersten Jahr 2012 trafen sich die BI in der Kirche. Hierbei versuchte man die Mieter zu beruhigen und nicht auf das Umzugsmangement der Immeo einzugehen. Diese hatte bereits mit der Überredung begonnen die Mieter „freiwillig“ aus ihren Wohnungen zu „vertreiben“. Durch Ersatzwohnungen und kleinere Entschädigungszahlungen. Aber angemerkt sei hier, gekündigt wurde zu keiner Zeit durch den Vermieter. Zusätzlich haben wir Aktionen in der Siedlung veranstaltet. Als erstes haben wir im Januar mit der Menschenkette rund um die Siedlung begonnen. Im Februar fand dann in der Clauberghalle die erste öffentliche Bürgerbeteiligung statt. Dort wurde es etwas laut, was ja auch klar ist, wenn vorn ein „Investor“ steht und meint: „Man kann doch als Mieter froh sein, dass er die Wohnungen abreisen würde, immerhin gebe es einen Leerstand von 14000 Wohnungen in Duisburg und man könne ja wohl einfach umziehen.“ Menschen im Durchschnittsalter von über 60 Jahren, die bereits ein halbes Jahrhundert dort wohnten. Und Schwups waren wir die „Wutbürger“ nicht mehr die armen alten Leutchen die ihre Wohnungen verlieren. Daher folgten dann noch weitere Aktionen in der Siedlung: das Solidaritätsfest, Frauentag, Ballonfest, Lichterfest und noch einige kleinere Grillfeste. Alles hatte den Zweck die Öffentlichkeit zu wecken und ihnen aufzuzeigen was hier im Duisburger Norden geschieht. Gleichzeitig führte ein gewählter Sprecherkreis mit Beratern, (insg. Ca. 11 Personen) Gespräche mit Vertretern der Politik und anderen Gremien. Es wurde ein Antrag auf Denkmalschutz gestellt und der sogenannte Investor / Entwickler des Projektes FOC wurde näher in Augenschein genommen. Wir bekamen von außerhalb immer mehr Hilfe. Der Radiosender Rio hat uns tatkräftig unterstützt, in Regelmäßigen Abständen oder wenn Neuigkeiten anstanden bekamen wir 1 Stunde Sendezeit und es wurde nur durch ihm möglich unsere größte Aktion zu verwirklichen, das Solidaritätskonzert zugunsten des Rechthilfefounds. Dieser wurde mittlerweile eingerichtet, um eine evtl. Normenkontrollklage gegen das Bauprojekt zu führen. Gott sei Dank war dies nie notwendig. In den Jahren 2012 und 2013 zogen dann viele Mieter aus, zum einen aufgrund der Gesundheit, oder weil man den Druck der Immeo nicht mehr standhalten konnten. Ab 2013 trafen sich die verbleibenden Mieter alle 14 Tage in der in der Nähe liegenden Gaststätte Heiermann, wo uns die Eigentümerin tatkräftig bis zum Verkauf des Hauses Ende 2015 zur Seite stand. Zu den 14 Tägigen Treffen unserer Vollversammlung kamen dann noch in 14 Tägigen Abstand die Treffen bei mir zuhause mit dem Sprecherkreis und unseren Helfern. Dort wurde das weitere Vorgehen besprochen, was dann in der Vollversammlung abgesegnet wurde. Zu diesen Treffen kamen dann noch ab 2014 die Demos von dem Rathaus in Duisburg, zu jeder Ratssitzung. Für die Mieter haben wir dann einen Bus bestellt und dann ging es los. Dann nach einiger Zeit wurden daraus Mottodemos. 2 x haben wir anschaulich das Projekt FOC zu Grabe getragen im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu haben dann noch ab 2014 an den Bezirksvertretersitzungen teilgenommen und von unserem Recht Gebrauch gemacht, als Einwohner Anfragen zu stellen. Und dies bei jeder Sitzung. Die Mieter haben daran teilgenommen, die noch gut zu Fuß waren. Wie Sie sehen haben wir versucht die ganze Zeit präsent zu sein und öffentlich zu Arbeiten. Alle Demos, Fragen, Pressemitteilungen wurden an die Presse versendet in der Hoffnung dass ein Artikel veröffentlicht würde. Zudem gaben wir von Zeit zu Zeit Pressekonferenzen, wenn unserer Meinung nach es spektakuläre Neuigkeiten gab, wie z.B. dass der Investor/ Entwickler des Projektes per Haftanordnung gesucht wurde und nicht mehr nach Deutschland einreisen durfte. Somit wurde die Firma im Laufe der Zeit mehrfach neu „geordnet“ und jedes Mal fanden wir neue Ungereimtheiten. Unterstürzt wurden wir zudem von Professor Roland Günter, der in der ganzen Zeit mehrere Bücher und Artikel über die MAX Taut Siedlung und den Stadtplanungen der Stadt Duisburg schrieb.

Dann die große Wende. Am Anfang 2016 trafen sich einige Mieter abends mit Oberbürgermeister Sören Link. Dieser teilte ihnen mit, dass das Projekt vorbei ist und soeben eine Pressemitteilung raus wäre. Nun ging es weiter, was macht jetzt die Immeo. Die Häuser waren gerettet, aber was kam nun? Um es kurz zu machen, ein guter Mensch hat die Siedlung gekauft, der FOC Verfechter und Architekt Walter Brune. In der ganzen Zeit unseres Kampfes hat auch er sich immer wieder zu Wort gemeldet und  Interviews gegeben sowie Bücher geschrieben. Nun saniert er die Siedlung. Zwischenzeitlich sind wieder Wohnungen vermietet, und bis Ende 2018 soll dieses Projekt „Zinkhüttenpark“ abgeschlossen sein.